Schulseelsorge

Aktuelle Andacht

2402 Evgd 01.02.24

Gottes Wege mit uns

Heute ist der 1. Februar. Frage: Was hat ein Mensch und ein Jahr gemeinsam? Antwort: Beide wachsen unglaublich schnell! Kaum 4 Wochen ist es her, dass wir das neue Jahr 2024 begrüßt haben. Seitdem hat sich schon viel ereignet. Im Leben eines Menschen ist das genauso.

 

Doch während das Jahr mit seinen Monaten und wiederkehrenden Jahreszeiten letztlich einen Kreis beschreibt, wächst der Mensch ins Offene hinein. Fest steht nur, dass für jeden Menschen irgendwann einmal das Ende seiner Reise und damit das Ende seines Lebens erreicht ist. Spätestens dann gilt es Bilanz zu ziehen. Was ist mir gelungen? Was wird fragmentarisch geblieben sein? Und vor allem, was hat in meinem Leben getragen und mir immer wieder Mut gemacht. Davon berichtet die Geschichte von David und Salomo, der Vater gibt seinem Sohn Ratschläge aus der Erfahrung seines langen Lebens.

Als ich noch jung war, habe ich auch einmal gedacht, das wenn ich alles so mache, wie es mir mein Vater gesagt hat, dass sich mein Leben dann ganz geradlinig entwickelt. Aber ganz so geradlinig, wie ich vorhin noch gerade sagte, läuft das eben nicht und nicht selten drehen wir uns im Kreis, wenn auch etwas anders als das Jahr. Auf jeden Fall merkt man irgendwann einmal, dass es ein famoser Irrtum ist zu meinem, dass man nur loslaufen muss und dann in einem fort auf das Ziel hinläuft.

So manches Mal steckt man in einer Sackgasse fest und weiß einfach nicht weiter. Und in den seltensten Fällen kommt die Lösung über Nacht, meist, wenn überhaupt, gelangt man nur über viele Umwege und manchmal sogar über weitere Sackgassen dorthin, wo man hinwollte oder es wird ganz anders. Und manchmal ist es auch gut, wenn unser Plan, den wir oft gar nicht richtig überdacht hatten, nicht den gewünschten Erfolg oder uns ans Ziel bringt.

Oft spekulieren wir im Nachhinein, was wohl gewesen wäre, wenn? Aber letzten Endes können wir das nicht wissen, denn hinter uns liegt nur der Weg, den wir gegangen sind und nicht der, den wir hätten gehen können oder wollen und so können wir ändern was vor uns liegt und nicht ungeschehen machen was hinter uns war.

Das Wichtigste aber ist es wohl, wenn man in so eine Sackgasse gerät, dass man sich bewusst wird, dass es Zeit braucht um wieder herauszukommen, dass man Mut braucht, damit es gelingt und vor allem ein anderes neues Denken, denn der alte Weg ist ja offensichtlich nicht der Richtige gewesen.

Genau davon erzählt auch die Geschichte von Jesus und der Aussendung der Zwölf. Im Auftrag Jesu sollen die Jünger ihre Landsleute mit dem Reich Gottes bekannt machen und dieses würde ganz anders aussehen, als viele in der religiösen Tradition erwartet hatten.

Aber um das verstehen zu können, ist erstmal ein neues Denken nötig. In unserem Text hieß es: „Und sie zogen aus und verkündeten die Umkehr:“ und in der Lutherbibel steht: „Und sie zogen aus und predigten, man sollte Buße tun.“ Aber in einer der wörtlichen Übersetzungen des griechischen Urtextes, da heißt es „Und die Jünger zogen aus und verkündeten man solle sein Denken ändern.“ das klingt gleich ein ganzes Stückchen anders und das bedeutet, bevor ich nämlich meinen Weg ändern kann oder umkehren kann, muss ich erst einmal eine neue Perspektive haben und ich muss den Weg neu denken der mir dann die Richtung weist.

Hannibal Smith vom A-Team sagt immer den schönen Satz: „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!“ Das setzt natürlich voraus, dass man erst einmal einen Plan hat und dass man auch bereit ist ihn zu ändern, die Kunst wiederum besteht darin zu wissen, wann man vom Plan abweichen darf.

Wenn man also so will, besteht das Leben daraus sich einen Plan zu machen, ihn zu verfolgen und wenn es nötig ist ihn zu ändern oder einen neuen Plan zu machen. Klingt nicht einfach, hat aber auch keiner gesagt, dass das Leben leicht wäre.

Für uns Christen hat Gott einen Plan. Manche glauben, dass der ganz detailliert ist, deshalb gehen sie ihren Weg sehr zielstrebig, andere wieder, dass es eher so eine grobe Orientierung sei, und sie lassen sich bisweilen treiben. Ich denke, dass es sehr hilfreich ist zu wissen, wo es ungefähr hingehen soll.

Der Weg, haben wir ja schon festgestellt, ist im Idealfall recht geradlinig und läuft auf ein Lebensziel hinaus, das ist mit vielen Etappen bestückt: Der Schuleintritt, ein Schulwechsel, Studium oder Berufsausbildung, Familie, Erfolg, ein Haus, ein Auto eine Yacht, okay, jetzt wird es kindisch, also was ich meine, dass wir uns verschiedene Ziele setzen, die bei jedem eine andere Priorität haben.

Und wir sollen uns bewusst sein, dass es Rückschläge, Pausen, Phasen gibt, wo wir im Bummelzug unterwegs sind und andere wie im ICE. Wichtig ist die große Richtung und was mich trägt. Jesus sagt zu seinen Jüngern, dass sie weitergehen sollen, wenn man sie an einem Ort nicht aufnehmen will oder ihnen nicht zuhört. Also an eine Sache dranzubleiben ist wichtig, aber man kann sich auch schnell die Zähne daran ausbeißen, dann ist es besser mit etwas anderem weiterzumachen, dabei ist es aber entscheidend nicht das Ziel und die Richtung aus den Augen zu verlieren, dem Weg zu folgen, den Gott für uns vorgesehen hat, auch wenn der manchmal ganz anders läuft, als wir uns das gedacht haben.

Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

Pfr.i.E. Kay Lohse

(Es gilt das gesprochene Wort!)

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