Die Tränen sieht man nicht...

Kannst du einem Mitschüler eine Beleidigung einfach so ins Gesicht sagen? Oder fällt es dir leichter, wenn du ihn oder sie dabei nicht ansehen musst? Und was, wenn du gar nicht im selben Raum bist, sondern per Smartphone aus sicherer Entfernung deine Sprüche loswerden kannst? Und was ist, wenn mehrere aus deiner Klasse dasselbe machen?

Welche Möglichkeiten und Gefahren bieten soziale Netzwerke? Welche Erfahrungen hast du schon mit WhatsApp gemacht? Spielt Facebook für Schüler überhaupt noch eine Rolle? Welche Regeln gelten für dich für den Umgang mit deinem Handy? Und würdest du das später bei deinen Kindern genauso machen?

Mit solchen und vielen weiteren Fragen rund um die Möglichkeiten und Gefahren der Handynutzung setzten sich die Schüler der sechsten Klassen in Workshops des Puppentheaters Zwickau auseinander. Dieses arbeitet derzeit an einem Stück über das wachsende Problem des Cybermobbings mit dem Ziel, "ein positives und zeitgemäßes Bewusstsein im Umgang mit sozialen Medien" zu entwickeln.

Die Inhalte dafür entstehen insbesondere durch die Erfahrungen, die die Schüler in die Workshops einbringen. Im Februar kommt dieses Stück auf die Bühne und wird von allen sechsten Klassen besucht. Auf Anregung von Frau Neumann, der Klassenleiterin der Klasse 6a, waren für die Workshops die zwei Theaterpädagoginnen Sabine Weitzel und Franziska Rilke in unserer Schule zu Gast.

Die Schüler setzen sich mal spielerisch, mal pantomimisch, mal im Rollenspiel, mal mit und mal ohne Requisiten mit verschiedenen Aspekten auseinander. Vom geräuschlosen Kreisspiel über das sachliche Gegenüberstellen von Argumenten für und gegen Handys bis hin zum Skandieren von Schlachtrufen war alles geboten. Es war interessant zu sehen, wie die Stimmung plötzlich wechselte, wenn sich ein erst harmlos erscheinendes Spiel als Brücke zum ernsten Thema des Cybermobbings herausstellte. Die Schüler konnten dazu Gedanken und in einigen Fällen bereits sehr reflektierte eigene Überlegungen mit einbringen. Nach diesem interessanten Vormittag des gemeinsamen Workshops, der viel zu schnell vorbei ging, dürfen die Schüler jetzt gespannt sein, was sie im Theater erwarten wird.

Wir danken dem Puppentheater Zwickau, insbesondere unseren beiden Gästen. Weitere Informationen zum Projekt sind unter folgender Adresse zu finden:

https://www.puppentheater-zwickau.de/theaterp%C3%A4dagogik/projekt-cyberterror/

Klemens Stahl